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Open Data Strategie

Die Verpflichtung zur maschinenlesbaren Bereitstellung und der Veröffentlichung von Metadaten gilt unter drei Bedingungen:

  1. Die Daten müssen in öffentlich zugänglichen Netzen verfügbar sein.
  2. Die Daten müssen erst nach dem 1. September 2014 für die Öffentlichkeit bereitgestellt worden sein oder in der Verwaltung bereits veröffentlichungsfähig in maschinenlesbarer Form vorliegen.
  3. Für die Daten ist ein Nutzungsinteresse zu erwarten.

Zur Umsetzung der sich aus § 8 SächsEGovG ergebenden Pflichten wird vorgeschlagen, wie folgt vorzugehen.

Inventarisierung von Daten

Es wird jeder Behörde empfohlen, zunächst ein Inventar anzulegen und die folgenden Prüfschritte durchzuführen:

  1. Welche Daten werden bereits in den von der Behörde verantworteten Online-Angeboten bereitgestellt?
    Für ein systematisches Vorgehen ist es sinnvoll, ein Inventar der entsprechenden Daten anzulegen, das die Bezeichnung der Daten und die URL enthält. Die folgenden Prüfschritte sind für jeden gefundenen Datensatz durchzuführen, die entsprechenden Prüfergebnisse können im Inventar festgehalten werden.
  2. Liegen die Daten bereits maschinenlesbar vor?
    Liegen die Daten der Verwaltung bereits maschinenlesbar vor (dies ist dann der Fall, wenn die Verwaltung des Freistaates Sachsen oder durch diese Beauftragte, die Daten selbst durch Software automatisiert auslesen und verarbeiten können), so ist zu prüfen, ob sie auch über öffentliche Netze für die Nutzung Dritter zur Verfügung gestellt werden, in Zukunft auch im Netz maschinenlesbar angeboten und nach Möglichkeit mit Metadaten zu versehen sind. Da die Maschinenlesbarkeit bereits vorliegt und damit der weitere Aufwand für die Bereitstellung zu vernachlässigen ist, sind keine besonderen Ansprüche an das erwartbare Nutzungsinteresse zu stellen; ein solches wird regelmäßig vorliegen. Liegen die Daten noch nicht maschinenlesbar vor und wurden in anderer Form bereits vor dem 1. September 2014 öffentlich bereitgestellt, so entstehen keine Verpflichtungen.
  3. Wird für Daten, die noch nicht maschinenlesbar vorliegen und die nach dem 1. September 2014 (erstmals oder verändert) ins Netz gestellt werden, ein Nutzungsinte-resse erwartet?
    Werden noch nicht maschinenlesbar vorliegende Daten öffentlich nach dem 1. September 2014 bereitgestellt, so müssen diese nur dann (auch) in maschinenlesbarer Form verfügbar gemacht werden, wenn ein Nutzungsinteresse zu erwarten ist. Ein Nutzungsinteresse liegt nach § 8 SächsEGovG insbesondere vor, wenn jemand
    • die Daten nicht nur gebrauchen will, um eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen oder
    • sich die Daten nicht intellektuell lediglich aneignet, um das dadurch erlangte Wissen zu verwerten, sondern mehr damit vorhat (Weiterverwendung).
    Zur Abschätzung des Nutzungsinteresses können als Indikatoren entsprechende Anfragen oder bereits bestehende Anwendungen, die entsprechende Daten verwenden, herangezogen werden.
    Die EU Kommission hat Leitlinien für empfohlene Standardlizenzen, Datensätze und Gebühren für die Weiterverwendung von Dokumenten herausgegeben. Danach sind folgende Datenkategorien in der EU am stärksten nachgefragt:

 

Von der EU-Kommision für die Freigabe als offene Daten empfohlene Datenkategorien

 Datenkategorien     Beispielsdatensätze 
Geodaten   Postleitzahlen, nationale und lokale Karten (Kataster, topographische Karten, Meereskarten, Verwaltungskarten usw.)
Erdbeobachtung und Umwelt  Weltraum- und In-situ-Daten (Überwachung von Luft-, Boden- und Wasserqualität, Energieverbrauch, Emissionen usw.)
Verkehrs-Daten  Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel (alle Verkehrsträger) auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, Straßenarbeiten, Verkehrsinformationen usw.)
Statistik  Nationale, regionale und lokale statistische Daten mit den wichtigsten demographischen und ökonomischen Indikatoren (BIP, Alter, Gesundheit, Beschäftigung, Einkommen, Bildung usw.)
Unternehmen  Unternehmen und Unternehmensregister (Listen eingetragener Unternehmen, Daten zu Eigentumsverhältnissen und Management, Registrierungskennungen, Bilanzen usw.)

Ist ein Nutzungsinteresse für die Daten zu erwarten, so besteht die Pflicht, diese Datensätze mit Metadaten zu versehen und maschinenlesbar anzubieten. Ist das Nutzungsinteresse derzeit nicht erkennbar, so wird empfohlen, entsprechende Feedback-Möglichkeiten vorzusehen.

Checkliste

Bereitstellung von Daten

Sollen Daten bereitgestellt werden, so sind weitere Fragen zu klären. Im Anhang zu diesem Handlungsleitfaden sind weitere Prüfschritte und Bewertungskriterien zur Frage der Datenbereitstellung enthalten.

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Handlungsempfehlungen

Für die  zu verwendenden Dateiformate, die Bereitstellung von Metadaten und die Nutzungsbestimmungen gibt es weitere Handlungsempfehlungen und die Antworten auf häufig gestellte Fragen.
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